Das Einkaufsverhalten der Schweizer hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, online einzukaufen, statt klassische Geschäfte zu besuchen. Mit einer Internetnutzung von 99,3 % und einer der höchsten Kaufkräfte in Europa war dieser Wandel kaum zu vermeiden. Doch was genau macht das Online-Shopping in der Schweiz so attraktiv? In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Gründe für diesen Trend und wie er den Handel beeinflusst.
Ein Boom, der den Markt umkrempelt
In den letzten zehn Jahren hat der E-Commerce in der Schweiz enorme Fortschritte gemacht. Dank stabiler Internetverbindungen und technikaffiner Verbraucher ist der Online-Einkauf inzwischen fester Bestandteil des Alltags geworden. Mehr als 90 % der Menschen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren haben bereits online eingekauft – und die Zahl wächst weiter. Aber es geht nicht nur um eine bequeme Alternative zum Einkauf im Laden. Vielmehr verschieben sich die Erwartungen der Konsumenten grundlegend: Sie fordern schnellere Lieferungen, nachhaltige Versandmethoden und personalisierte Angebote.
Statistiken aus der Branche zeigen das Ausmass des Wachstums:
- 2021 erreichte der Schweizer E-Commerce einen Wert von über 15 Milliarden CHF – ein Plus von fast 10 % gegenüber dem Vorjahr.
- Die grössten 30 Plattformen teilen sich 64 % des Marktes, was auf eine gesunde Konkurrenz und Auswahl hinweist.
- Die Pandemie hat den Trend beschleunigt und neue Verbrauchergruppen ins Online-Shopping gezogen.
Warum Verbraucher auf Online-Plattformen setzen
- Bequemlichkeit ohne Grenzen: Niemand mag es, im Stau zu stehen oder in langen Schlangen zu warten. Deshalb schätzen viele Schweizer die Möglichkeit, ihre Einkäufe jederzeit und von überall aus zu erledigen. Plattformen wie Digitec Galaxus, Ricardo und Zalando bieten intuitive Oberflächen und einfache Bestellprozesse.
- Eine breite Produktpalette: Online-Plattformen bieten mehr als nur Komfort – sie punkten mit einer riesigen Auswahl. Ob Elektronik, Mode oder sogar Luxusgüter – hier finden Käufer alles auf einen Blick, ohne von einem Laden zum nächsten rennen zu müssen.
- Günstigere Preise und Rabatte: Da Online-Händler keine teuren Ladenmieten zahlen müssen, können sie ihre Produkte oft preiswerter anbieten. Dazu kommen Rabatte während Events wie Black Friday oder spezielle Bonusprogramme, die viele Verbraucher zurückbringen.
- Der mobile Einkauf wird zur Norm: Dank optimierter Apps und Webseiten ist das Shoppen mit dem Smartphone mittlerweile für viele Alltag. Funktionen wie One-Click-Zahlungen oder personalisierte Vorschläge machen den Prozess noch einfacher.

Die Auswirkungen von COVID-19 auf den Schweizer E-Commerce
Die COVID-19-Pandemie hat das Einkaufsverhalten in der Schweiz nachhaltig verändert. Während der Lockdowns und durch strenge Abstandsregeln mussten viele Verbraucher auf Online-Marktplätze ausweichen – oft zum ersten Mal. Doch auch nach der Aufhebung der Beschränkungen bleibt der E-Commerce für viele die bevorzugte Einkaufsoption, da er Bequemlichkeit und Effizienz miteinander vereint.
Wichtige Veränderungen im E-Commerce nach der Pandemie
Die Pandemie hat in der Schweiz einige langfristige Trends angestossen:
- Kontaktlose Zahlungsmethoden boomen: Immer mehr Verbraucher bevorzugen sichere, digitale Zahlungsmöglichkeiten wie TWINT, Apple Pay oder PayPal.
- Starker Anstieg beim Online-Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten: Besonders während der Lockdowns haben viele Konsumenten diese Kategorien für sich entdeckt – und viele sind dabei geblieben.
- Wachstum in den Bereichen Online-Fitness und Heimunterhaltung: Home-Workouts, Streaming-Dienste und digitale Lernangebote haben in dieser Zeit stark zugelegt und sind weiterhin gefragt.
Gewinner und Verlierer der digitalen Transformation
Händler, die während der Pandemie schnell auf den digitalen Wandel reagierten, haben ihre Position gestärkt und profitieren weiterhin vom Wachstum des E-Commerce. Unternehmen jedoch, die zögerten oder den Umstieg nur halbherzig angingen, kämpfen zunehmend mit sinkenden Umsätzen und Wettbewerbsdruck. Die Pandemie war damit nicht nur ein Wendepunkt für das Einkaufsverhalten, sondern auch ein klarer Weckruf für die gesamte Handelsbranche: Wer sich nicht anpasst, bleibt auf der Strecke.
Verbraucherpräferenzen: Nachhaltigkeit und ethisches Einkaufen
1. Wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten
Schweizer Verbraucher sind zunehmend umweltbewusst und bevorzugen Marken, die Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen. Online-Marktplätze haben sich angepasst, indem sie:
• Umweltfreundliche Verpackungen und nachhaltige Beschaffung fördern.
• Eine grössere Auswahl an Second-Hand- und wiederaufbereiteten Produkten anbieten.
• Lokale und ethische Produktion unterstützen.
Beispielsweise konzentrieren sich Plattformen wie Ricardo und Anibis auf den Weiterverkauf gebrauchter Artikel, wodurch Abfall reduziert und Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gefördert werden.
2. Ethischer Konsum und Transparenz
Schweizer Käufer fordern zunehmend Transparenz in Bezug auf die Herkunft der Produkte und ethische Produktionsweisen. Online-Marktplätze reagieren darauf, indem sie:
• Nachhaltigkeitszertifikate bei Produkten hervorheben.
• Fair-Trade- und tierversuchsfreie Marken unterstützen.
• Verbraucher über umweltbewusste Kaufentscheidungen aufklären.
Dieser Wandel entspricht den starken Nachhaltigkeitswerten der Schweiz und fördert weiter das Wachstum von Online-Marktplätzen.
Herausforderungen für Schweizer Online-Marktplätze
1. Logistik und grenzüberschreitender Handel
Obwohl die Schweiz eines der besten Logistiksysteme besitzt, stehen Online-Marktplätze vor Herausforderungen wie:
• Hohe Rücksendequoten, die die Kosten für Händler erhöhen.
• Zollgebühren und Einfuhrsteuern, die grenzüberschreitenden Einkauf komplizierter machen.
• Konkurrenz durch globale Marktplätze wie Amazon und Alibaba.
2. Datenschutz und Cybersicherheit
Mit dem Anstieg des E-Commerce wachsen auch die Sorgen um den Schutz der persönlichen Daten. Schweizer Verbraucher erwarten:
• Strenge Massnahmen zum Schutz ihrer Daten.
• Transparente Datenschutzrichtlinien.
• Verbesserte Cybersicherheit, um Datenlecks zu verhindern.
Marktplätze, die den Datenschutz vernachlässigen, riskieren den Verlust des Verbrauchervertrauens.

3. Notwendigkeit der Integration von physischen und digitalen Erlebnissen
Trotz des Wachstums von Online-Marktplätzen bevorzugen einige Schweizer Verbraucher weiterhin das Einkaufen im Geschäft, besonders bei Luxusartikeln und Lebensmitteln. Um diese Lücke zu schliessen, investieren Einzelhändler in:
• Click-and-Collect-Optionen (online bestellen, im Geschäft abholen).
• Virtuelle Anprobe-Technologien (vor allem im Bereich Mode und Kosmetik).
• Augmented-Reality (AR)-Shopping-Erlebnisse.
Die Kombination aus online gebotener Bequemlichkeit und Erlebnissen im Geschäft wird entscheidend für den zukünftigen Erfolg des E-Commerce in der Schweiz sein.
Zukünftige Trends im Schweizer E-Commerce

Die Landschaft der Schweizer Online-Marktplätze wird sich weiterentwickeln, wobei höchstwahrscheinlich einige wichtige Trends die Zukunft prägen:
- Ausbau der KI-gestützten Personalisierung
Künstliche Intelligenz wird personalisierte Empfehlungen und Einkaufserlebnisse verbessern. - Grössere Verbreitung von Augmented Reality (AR)
AR-Shopping ermöglicht virtuelle Produkttests vor dem Kauf. - Aufstieg des Social Commerce
Einkaufen über Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok wird zunehmen und direkte Käufe über soziale Medien ermöglichen. - Wachstum von Abo-basierten Modellen
Mehr Marken werden Abonnementdienste für regelmässige Lieferungen wie Lebensmittel und Kosmetikprodukte anbieten. - Blockchain für mehr Transparenz
Die Blockchain-Technologie wird die Transparenz in der Lieferkette verbessern und den Verbrauchern tiefere Einblicke in die Herkunft von Produkten geben.
Conclusion
Der Wandel hin zu Online-Marktplätzen in der Schweiz wird durch Bequemlichkeit, Produktvielfalt, wettbewerbsfähige Preise und Nachhaltigkeitstrends angetrieben. Schweizer Verbraucher schätzen effiziente digitale Einkaufserlebnisse, und mit fortschreitender Technologie wird dieser Trend weiterwachsen. Einzelhändler und Marken, die im wettbewerbsintensiven Schweizer Markt erfolgreich sein wollen, müssen die digitale Transformation vorantreiben, das Vertrauen der Kunden stärken und sich an die sich wandelnden Verbraucherbedürfnisse anpassen. Da der Schweizer E-Commerce weiterhin expandiert, werden Unternehmen, die in Innovation und Kundenerlebnisse investieren, in dieser sich schnell verändernden Landschaft florieren.
FAQs
Warum wechseln Schweizer Verbraucher zu Online-Marktplätzen?
Schweizer Verbraucher bevorzugen Online-Marktplätze aufgrund der Bequemlichkeit, besserer Preise, vielfältiger Produktoptionen und schnellerer Lieferungen, die das Einkaufen erleichtern.
Welche Online-Marktplätze sind in der Schweiz beliebt?
Zu den beliebtesten Online-Marktplätzen in der Schweiz gehören Digitec Galaxus, Ricardo, Zalando, Amazon und Manor, die verschiedene Produktkategorien abdecken.
Wie beeinflusst Nachhaltigkeit das Online-Shopping in der Schweiz?
Viele Schweizer Verbraucher bevorzugen umweltfreundliche Produkte und ethische Marken. Dadurch bieten Online-Marktplätze zunehmend nachhaltige Einkaufsmöglichkeiten und umweltfreundliche Verpackungen an.
Werden Online-Marktplätze in der Schweiz weiterwachsen?
Ja, der Trend wird sich voraussichtlich weiter fortsetzen, da die Technologie fortschreitet, der Mobile-Commerce wächst und Verbraucher digitale Einkaufsmöglichkeiten dem traditionellen Einzelhandel vorziehen.